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10. Erwachsenen- und Weiterbildung

Die SPD wird die Institutionen der Erwachsenenbildung darin unterstützen, sich auf veränderte gesellschaftliche Anforderungen einzustellen. Sie sollen ihre Leistungsfähigkeit erhalten, den Umbau sozialverträglich gestalten und gesellschaftliche Ressourcen optimiert nutzen können. Unsere Ziele dabei sind:
  • Die Erwachsenenbildung muss anerkannter und akzeptierter Bestandteil einer Gesamtkonzeption verlässlicher öffentlicher Bildungsstrukturen werden. Das Land muss sich weiter für die Erwachsenenbildung verantwortlich zeigen und entsprechende Strukturen bereitstellen.
  • Um eine Neuorientierung öffentlicher Erwachsenenbildung entsprechend der veränderten gesellschaftlichen Anforderungen in die Wege zu leiten, muss das Land den Dialog mit den Einrichtungen suchen und Anstöße geben, damit der gesellschaftlich steigenden Nachfrage nach kompensatorischer und fördernder Bildung mehr Raum geben wird.
  • Die Erwachsenenbildung soll vor dem Hintergrund verstärkter Modularisierung in allen Bildungsgängen durch eigene Angebote in diesem System eine besondere, ergänzende Rolle spielen. Dies gilt insbesondere für Angebote von Modulen, die mit Credit Points" im Rahmen des internationalen ECTS-Systems anerkannt sind. Hier kann die Erwachsenen- und Weiterbildung einen besonderen Stellenwert erlangen.
  • Die Erwachsenenbildung muss mit Berufsbildenden Schulen zusammenarbeiten, dort vorhandene Ressourcen nutzen und mit gemeinsamen Angeboten Qualifikationsmöglichkeiten in der beruflichen Weiterbildung entwickeln. Dies gilt auch für die Zusammenarbeit mit den Hochschulen.
  • Das Land garantiert, dass das System öffentlicher Weiterbildungsstruktur erhalten bleibt. Dabei muss geklärt werden, welche Formen der Förderungen im System zukünftig zentral sein sollen: institutionelle Förderung oder Teilnehmer/-innenförderung oder eine Mischform aus beiden. Es müssen Kriterien entwickelt werden, welche Quantitäten mit welchen Qualitäten erwartet werden und wie diese gesichert werden können.
  • Auch das Zusammenspiel zwischen öffentlich anerkannter und geförderter Erwachsenen- und Weiterbildung und privater Anbieter von Weiterbildung ist zu klären.

10.1 Notwendige Veränderung im System der Erwachsenenbildung

Das Prinzip Alle machen alles kann für das System niedersächsischer Erwachsenenbildung nicht mehr konstitutiv sein. Es muss eine stärkere Konzentration der Fördermittel auf die Bildungsinhalte erfolgen, die von zentraler öffentlicher Bedeutung sind, damit deren Vermittlung gesichert werden kann. Die drei Säulen der Erwachsenenbildung sollen erhalten bleiben, ihre quantitative Gewichtung und ihre Aufgabenstellungen sollten jedoch kritisch überprüft und zeitgemäß gewichtet werden. Die Förderung soll sich perspektivisch wesentlich auf die zu vermittelnde gesellschaftlich notwendige Bildung konzentrieren. Gefördert werden müssen zukünftig verstärkt Inhalte, die als gemeinwohl-orientiert angesehen werden und die unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der potenziellen Zielgruppen gefördert werden sollen. Dazu gehört aber auch die Förderung potenzieller Zielgruppen, deren persönliche finanzielle Möglichkeiten zur Bildungsteilnahme an kostenpflichtigen Angeboten der Erwachsenenbildung nicht ausreichen. Wenn das Recht auf Bildung für alle optimaler gesichert werden soll, dann muss für diese Gruppe eine Förderung erfolgen. Das bedeutet ein weg von der Förderung von Einrichtungen und hin zur Förderung spezifischer Teilnehmerinnen- und Teilnehmergruppen. Die jeweiligen Anteile bei dieser Förderung müssen ausgehandelt werden.

10.2 Anforderungen an die niedersächsische Erwachsenbildung: Anforderungen an die kommunalen Einrichtungen

Anforderungen an die kommunalen Einrichtungen 1.Die kommunale Erwachsenenbildung muss durch Fusionen, Kooperationen und Netzwerke ihre Qualität weiter verbessern. Dabei muss sichergestellt werden, dass sich alle kommunal Verantwortlichen ausreichend am Aufbau, Ausbau, Erhalt und an der Sicherung ihrer Einrichtungen beteiligen. 2.Die kommunalen Gebietskörperschaften haben dafür Sorge zu tragen, dass die unterschiedlichen Erwachsenbildungsangebote sowohl die der örtlichen vorhandenen Angebote der anerkannten Erwachsenenbildung wie auch die der privaten Weiterbildungseinrichtungen erfasst und den potenziellen Zielgruppen (z. B. als Broschüre, als Internet-Datenbank) zur Verfügung gestellt werden. Regionale Informationssysteme müssen eingerichtet werden, um die Weiterbildungsstruktur aufzuzeigen. 3.Solche Netzwerke können verhindern, dass Angebote ausfallen, weil bei den einzelnen Trägern nicht hinreichend Teilnehmer/-innen vorhanden sind. Hier soll auch die Zusammenarbeit mit Wohlfahrtsverbänden gesucht werden. Anforderungen an die Heimvolkshochschulen 1.Für die zukünftige Struktur der niedersächsischen Heimvolkshochschulen muss zunächst gemeinsam geklärt werden, welchen Stellenwert Internatseinrichtungen in einem zukünftigen Gesamtkonzept niedersächsischer Erwachsenenbildung haben. Dazu gehören die Fragen: Entspricht der jetzige Ausbaugrad dem zukünftigen institutionellen Bedarf? -Welche Bildungsinhalte, welche Zielgruppen benötigen Internate? - Wie stellt sich die öffentlich geförderte Heimvolkshochschullandschaft im Vergleich zum Angebot im privatwirtschaftlichen Sektor des Hotel- und Gastgewerbes auf? - Besteht gesellschaftlicher Bedarf an der derzeitigen Zahl von Heimvolkshochschulen angesichts veränderter Lern- und Lebens-gewohnheiten der Menschen? 2.Mit Hilfe des Landes sollte der Bereich der Heimvolkshochschulen bis 2013 so aufgestellt werden, dass er den sich ändernden Anforderungen an diese Form der Erwachsenenbildung gerecht werden kann. Anforderungen an die Landeseinrichtungen 1.Es muss geklärt werden, welche spezifischen und ergänzenden Aufgaben zukünftig Landeseinrichtungen angesichts eines flächendeckend ausgebauten kommunalen Weiterbildungsnetzes haben können. 2.Die Träger dieser Einrichtungen müssen sich zukünftig stärker an der Finanzierung dieser Aufgaben beteiligen. 3.Es muss mit Hilfe des Landes in den verschiedenen Bereichen zu einer engeren Zusammenarbeit aller Einrichtungen kommen, ggf. auch zu Fusionen, um Mittel und Ressourcen optimaler einsetzen zu können.

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