AK Christinnen und Christen in der SPD: Eine stumme Kirche ist eine dumme Kirche
Austausch zu Werteorientierung, Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenhalt
Auf Einladung des AK Christinnen und Christen in der SPD im Bezirk Hannover diskutierten rund 40 Teilnehmende in den Räumen von Neues Land e.V. in Hannover-Ahlem mit Hubertus Heil über die Rolle von Kirche, Politik und gesellschaftlichem Zusammenhalt in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen.
Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Frage nach ethischer Orientierung in einer zunehmend säkularen Gesellschaft. Hubertus Heil wies darauf hin, dass sowohl die Kirchen als auch die SPD in den vergangenen Jahren erhebliche Mitgliederverluste von rund 30 Prozent verzeichnet haben. Zugleich würden viele scheinbar unumstößliche bisherige Gewissheiten zerbrechen, was neue Herausforderungen für Politik und Gesellschaft mit sich bringe.
Diskutiert wurde unter anderem, welche ethischen Maßstäbe die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik leiten sollten und welchen Beitrag christliche Werte grundsätzlich für die politische Orientierung leisten können. Einigkeit bestand darüber, dass Kirche und SPD wichtige Brücken zueinander schlagen sollten. Wo sich Kirchen, Parteien und andere gesellschaftliche Institutionen zurückzögen, entstünden Räume, die von demokratiefeindlichen Kräften genutzt werden könnten. Wichtig seien Orte der Begegnung, des Austauschs und des gesellschaftlichen Engagements.
Dagegen sei Einsamkeit eine Gefahr für die Demokratie. Menschen, die sich nicht gesehen fühlen und keine Selbstwirksamkeit erfahren, seien anfälliger für Radikalisierung und demokratiefeindliche Angebote.
Mit Blick auf die politische Kommunikation betonte Hubertus Heil, dass die SPD ihre Ziele und gesellschaftlichen Visionen stärker in den Vordergrund stellen müsse. Leidenschaft und Begeisterung dürften nicht den politischen Rändern überlassen werden. In diesem Zusammenhang warb er dafür, fünf bis sechs zentrale politische Ziele zu definieren, damit konkrete Missionen zu verbinden und den Programmprozess der SPD nicht als Selbstzweck zu verstehen. Präsenz auf sozialen Medien könne persönliche Begegnungen und Beziehungsarbeit nicht ersetzen, so noch ein augenzwinkernder Tipp an alle politisch Aktiven.
Die vielen Fragen und Beiträge der Teilnehmenden zeigten, wie groß der Bedarf an Austausch über grundlegende Fragen nach den Werten, die uns als SPD leiten, ist. Die Veranstaltung bot zahlreiche Impulse für die weitere Arbeit des AK Christinnen und Christen in der SPD um ihre Sprecher*innen Heiger Scholz und Miriam Friedrichs-Seidel. Eine weitere Veranstaltung des Arbeitskreises ist für den Herbst 2026 geplant.