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Eene meene muh und raus bist du dieser Abzählreim, den viele noch aus ihrer Kindheit kennen, mag im Vorwort des Bildungsprogrammes einer politischen Partei seltsam anmuten. Er hat jedoch vielfältige Bezüge zu unserem Schul- und Bildungssystem. Er beschreibt das Gefühl, dass viele Kinder am Ende ihrer Grundschulzeit beschleicht, wenn sie erleben, wie Klassenkameraden und Klassenkameradinnen stolz auf das Gymnasium wechseln, während sie nur" zur Hauptschule gehen. Er wird zur Gewissheit, wenn sie sich mit ihrem Hauptschulabschluss auf die Suche nach einer Lehrstelle machen. Er spiegelt jedoch auch das Gefühl der Kinder auf dem Gymnasium wider, die dort an den Anforderungen scheitern und die zurück müssen" auf die Real- oder Hauptschule. Seit den vergleichenden PISA-Studien ist er aber auch eine treffende Beschreibung für Mängel unseres Bildungssystems. Deutschland droht im Vergleich mit der Leistungsfähigkeit der Schule anderer Industriestaaten ebenfalls ein Raus bist du". Es ist raus aus der Spitzengruppe und zumindest wenn wir nicht Reformen einleiten auch raus aus dem globalen Abzählspiel um einen Spitzenplatz im Zukunftswettbewerb der führenden Industriestandorte. Nicht nur unsere Kinder gehören dann zu den Verlierern, sondern unser ganzes Land. Deshalb müssen wir schnell reagieren. Die bisher eingeleiteten Reformen reichen bei weitem nicht aus. Viele weisen in die richtige Richtung, gehen aber nicht weit genug. Andere hingegen gehen völlig in eine falsche Richtung. Dazu gehört unserer Auffassung nach das frühe Sortieren der Kinder bereits nach dem vierten Schuljahr, weil es von einem falschen Verständnis der Lernentwicklung ausgeht. Kinder lassen sich nicht über einen Leisten" schlagen und in Schubladen sortieren, schon gar nicht, wenn es um die Herausbildung ihrer Leistungsfähigkeit geht. Wir wollen deshalb an die Stelle des Sortierens ein anderes Prinzip setzen. Wir wollen die Kinder so lange es geht fördern und wir wollen sie so oft es geht auch fordern. Und dies darf nicht erst in der Grundschule beginnen und dann für viele in einer Sackgasse enden. Beides muss bereits in einem früheren Alter einsetzen und über die gesamte Schulzeit gehen. Dies mag für viele zu sehr nach Leistungsanspruch und Reduzierung von Schule auf bloßes Pauken klingen so ist es nicht gemeint. Nötig haben unsere Schulen nämlich auch andere Formen des Lernens. Formen, die die Lust am Lernen fördern. Der Auftrag des Bildungssystems ist nicht nur Lernen. Es muss auch die Lust am Lernen wecken. Der griechische Dichter Aristophanes hat dies von 2000 Jahren treffend beschrieben: Menschen bilden bedeutet nicht, ein Gefäß zu füllen, sondern ein Feuer zu entfachen. Mit dem vorliegendem Programm Zukunft der Bildung haben wir dafür Vorschläge entwickelt, die wir in Niedersachsen zur Diskussion stellen wollen. Garrelt Duin SPD-Landesvorsitzender Wolfgang Jüttner Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion

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